

Mit der Hip Hop Kultur entwickelte sich seit Anfang der 70er Jahre das B-Boying, bzw. Breakdance an der Ostküste Amerikas. Vor allem in New York, in Manhattan und der Bronx, unter afro- und puertoamerikanischen Jugendlichen. Die Tänzer werden B-Boys genannt und tanzen während der Breaks, d.h. immer an den Stellen, an denen der DJ verlängerte rhythmische Instrumentalparts einspielt. Daher leitet sich auch der Name B- (= Break) Boys ab, den DJ Kool Herc geprägt hat.
Die B-Boys entwickelten einen eigenen Tanzstil, der 1969 nach James Browns Hit "Get on the good foot" zunächst Good Foot Style genannt wurde und bereits Drops und Spins beinhaltete.
Ende der 70er Jahre banden die Breakdancer Bewegungen aus Kampftechniken mit ein nach ihrer Philosophie: „Fight with creativity and not with weapons“. Besonders aus dem Kung-Fu und Capoeira wurden viele verschiedene Körpertechniken und Bewegungsfiguren abgeleitet, aber auch aus dem Boden- und Geräteturnen sowie der Zirkusartistik, wie der Flare oder Flic Flac. Neue Figuren kreierten die Breaker aus Körpertechniken und Bewegungen, wie sie in den Kung-Fu Filmen von z.B. Jacky Chan zu sehen sind. So wurden die Windmills aus den Drehbewegungen, mit denen der Kung-Fu-Kämpfer vom Boden aufsteht, entwickelt. Jeder Breaker verpasst den Moves dabei seine eigene, originelle Note.
Bald schon, in den 80er Jahren, wurden auch die Medien auf diese neue Bewegungskultur aufmerksam. Deswegen wurde 1982 ein Battle zwischen der Rock Steady Crew und Dynamic Rockers für den Film Style Wars aufgenommen. Weitere Filme folgten, wie Flashdance (1983) oder Beat Street (1984) und machten den Breakdance weltweit bekannt.

1990 initiierte Thomas Hergenröther in Deutschland den jährlichen internationalen Wettbewerb "Battle of the Year". Dieser Battle ist einer der größten in der Breakdancer Szene und wird mit Mannschaften aus der ganzen Welt ausgetragen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Show einer Gruppe, statt den Battles zwischen einzelnen B-Boys.
Über Qualität, Innovativität und Originalität eines Tänzers entscheidet nicht nur die perfekte Beherrschung der einzelnen Moves und die rhythmische Übereinstimmung mit der Musik, sondern auch sein persönlicher Ausführungsstil. Dieser wird nicht nur deutlich am Top-, Downrock und Footwork, sondern zeigt sich auch in der Variation einzelner Powermoves, die meist umgehend ins Standardprogramm aufgenommen werden und von anderen Tänzern modifiziert werden.
Während das Rappen als verbale Auseinandersetzung mit der Umwelt dient, so kann man durch das B-Boying mehr körperlich agieren. Bewusst wird auf gewalttätige Konfrontationen verzichtet. Dabei ist jeder Battle ein Kampf um Anerkennung und Respekt, der zwar die Aggression ansteigen lässt, aber auch die Kreativität der Tänzer. Denn spontan müssen sie auf die Vorstellung des Gegners reagieren und durch noch bessere Moves beeindrucken. Dabei ist das Kopieren (Biting) der Moves jedoch verpönt. Jeder muss seinen individuellen Stil finden und entfalten.
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